Filipino Kultur und Etikette

In Sachen Kultur und Etikette geht es auf den Philippinen meistens entspannt zu. Es gibt jedenfalls keine festen Regeln was Trinkgeld, Tischmanieren oder Zeitrichtlinien betrifft (Filipinos sind berüchtigt, sich nach der Filipino Zeit zu richten. Und die kann natürlich schwanken, wenn der Verkehr zu heftig, die Wellen ruhig sind oder es einfach nur regnet).

Um ehrlich zu sein braucht es schon Einiges, um einen Filipino zu kränken. Vor allem als Gast bzw. Ausländer – jeder wird ein Auge zudrücken und dir schnell vergeben. Es gehört einfach zur Gastfreundschaft dazu. Das soll aber nicht heissen, dass du deine gute Kinderstube vergessen kannst, wenn du dich in diesem Teil der Welt aufhältst.

Hier findest du einen kleinen Philippinen-Knigge:

Nimm es an, wenn dir Essen angeboten wird

filipino culture and etiquette
Image Credit: Ace Armstrong via Flickr

Filipinos lieben Essen und sie lieben es Leute durchzufüttern. Wenn dir also Essen angeboten wird, ist das nicht nur aus Höflichkeit sondern schlicht eine liebenswerte Geste um dich kennen zu lernen. Solltest du es aus irgendeinem Grund wirklich nicht essen können, dann lehne dankend ab und erkläre kurz warum. Biete dann im Gegenzug am besten etwas von dir an, um dein Interesse zu zeigen.

Grüsse Senioren mit dem Stirngruss (deine Stirn gegen ihre Hand)

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Image Credit: 365 Great Pinoy Stuff

Diese Geste nennt sich „mano“ (Hand) und wird immer dann ausgeführt, sobald du einer älteren Person vorgestellt wirst. Da Filipinos absolute Familienmenschen sind, werden die Ältesten als Matriarchin oder Patriarch des Klans angesehen. Daher ist es selbstverständlich, dass sie mit höchstem Respekt behandelt werden. Und Mano ist der einfachste Weg, das auszudrücken.

Grüsse alle anderen entweder mit Handschlag, Umarmung oder einem Kuss auf die Wange

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Besonders wenn es um Berührungen geht, sind Filipinos kaum zurückhaltend. Also kein Grund bei der Begrüssung bzw. Vorstellung von neuen Bekanntschaften schüchtern zu sein, gib einfach einen Kuss auf die Wange. Auf den Philippinen wird es „beso“ gennant und ist mehr ein Wangenreiben als ein Kuss. Wenn dir ein Kuss zu viel ist, passt natürlich auch eine kurze Umarmung. Sollte dir auch das zu persönlich sein, tut es auch der gute alte Handschlag. Im Endeffekt geht es bei der Begrüssung um eine Berührung, so flüchtig sie auch sein mag.

Sprich (viel) ältere Personen nicht nur beim Vornamen an

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Image Credit: Dru Kelly via Flickr

Wenn du die Eltern deiner Freunde oder einen älteren Gastgeber ansprechen willst, empfiehlt sich sie „tito“ oder „tita“ (Onkel bzw. Tante) statt sie beim Vornamen zu nennen. Filipinos drücken älteren Menschen gegenüber immer ihren Respekt aus, zum Beispiel mit „po“ oder „opo“. Für „po“ gibt es zwar keine direkte Übersetzung, aber es wird gern als Füllwort in einem Satz verwendet. „opo“ ist ein respektvolles „ja“.

Streite nicht um`s Geld

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Geld ist so ein sensibles Thema in der philippinischen Kultur, dass viele Pinoys lieber über ihre Verhältnisse leben, wenn es um eine offene Rechnung oder die Auswahl einer schönen Unterkunft oder eines Restaurants geht. Behalte das im Hinterkopf, wenn du mit Filipinos unterwegs bist. Achte darauf, immer deinen Anteil zu zahlen bevor du darauf angesprochen wirst und vor allem entspannt zu bleiben falls es mal Ungereimtheiten geben sollte. Wenn du dich wegen Geld streitest ist das auf jeden der schnellste Weg einen Filipino zu vergraulen.

Kleide dich angemessen

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Filipinos sind zwar ansich sehr liberal, allerdings hat diese Offenheit durch den streng religiösen Einfluss auch seine Grenzen – vor allem wenn es um Kleidung geht.

Am Strand oder in der Nähe ist es in Ordnung etwas Haut zu zeigen. Frauen können im Bikini rumlaufen und Männer ohne Hemd (FKK wird nach wie vor verpönt). Wenn du allerdings in Dörfern oder auch Städten unterwegs bist, solltest du dich ein wenig bedeckt halten.

Bei Frauen sind kurze Hosen, Miniröcke und Tops ok. Bei bauchfreien Oberteilen, Hotpants oder tief ausgeschnittenen T-Shirts riskierst du aber sicherlich einige (verärgerte) Blicke. Ärmellose Shirts und kurze Hosen sind bei Männern ebenso in Ordnung, auch wenn man so vielleicht nicht in jeden Laden bzw. Club gelassen wird. Flip-Flops in der Stadt können ein weiterer Grund sein, vom Türsteher abgewiesen zu werden.

Beherzige diese Knigge Regeln bei deiner nächsten Philippinen Reise. Filipinos sind zwar nicht nachtragend aber sehr emotional. Mach dich also auf ein Drama gefasst, falls du jemanden beleidigen solltest. Um es positiver auszudrücken: wenn du diese Umgangsformen im Griff hast, kannst du dich über geheime Reisetipps, hausgemachtes Essen, Karaoke ohne Ende und Freunde für`s Leben freuen.