Reisen auf den Philippinen

Der öffentliche Nahverkehr auf den Philippinen ist von einer Region zur anderen recht unterschiedlich. Wenn Du vorhast, viel Zeit im Land zu verbringen, wirst Du mit allen möglichen Verkehrsmitteln unterwegs sein, abhängig davon, wo Du Dich aufhältst und wo Du jeweils hin willst. Reisen auf den Philippinen bedeutet, dass Du mit dem Bus, mit Booten, Flugzeugen, Taxis, Fahrrad, Motorrad oder einer Kombination aus all diesen Fortbewegungsmitteln unterwegs bist.

MRT, LRT-1, und LRT-2

Trains in the Philippines

Diese geheimnisvollen Abkürzungen stehen für den Metro Rail Transit (MRT) und den Light Rail Transit (LRT), beides Linien des öffentlichen Schienenverkehrs in der Metro Manila. Damit kommst Du im Einzugsgebiet der Hauptstadt praktisch überall hin und erreichst sämtliche wichtigen Verkehrsknotenpunkte. Alle Linien sind auch untereinander verbunden – Du kannst also problemlos damit auf Sightseeing-Tour gehen oder Wichtiges erledigen. Trotzdem eine kleine Warnung: Die MRT und LRT-Linien sind berüchtigt für ihre langen, verschlungenen Wege und die Züge sind häufig so vollgepackt mit Passagieren, dass Du öfter als Dir lieb ist, auf Tuchfühlung mit völlig Fremden gehen musst.

Philihappy Pro Tipps:

  • Einfache Fahrkarten kosten zwischen PHP 15 und 25, abhängig von der Länge der Strecke. Bist Du länger und öfter unterwegs, lohnt es sich, eine Sammelkarte ab PHP 100 zu kaufen (Zum Vergleich: € 0,30 – € 0,50 – € 1,80 etwa). So sparst Du Dir Ansteh-Zeiten am Fahrkartenschalter. Deine letzte Fahrt ist meistens gratis oder kostet Dich nur den Restbetrag auf der Sammelkarte.
  • Die MRT, auch als die Blaue Linie bekannt, folgt praktisch der EDSA (Epifanio de los Santos Avenue) oder durchquert diesen Schnellstrassenring durch die Metro der Länge nach. Dies ist die Linie, mit der Du in die Geschäftsgebiete von Ayala und Ortigas gelangst. Nimmst Du einen Bus in Richtung Norden aus der Stadt hinaus (etwa nach Baguio oder La Union), bringt Dich diese Linie auch nach Cubao, wo viele der wichtigen Bus-Stationen liegen. Auf dieser Linie gibt es die wenigsten Haltestellen. Sie wird während der Rush Hour auch am stärksten frequentiert und ist entsprechend voll, denn sie durchquert die Stadtteile, in denen die meisten Büros liegen. Am besten fährst Du diese Strecke am späten Vormittag oder am frühen Nachmittag.
  • LRT-1, auch als die Gelbe Linie bekannt, folgt der Länge der Taft Avenue. Sie ist die älteste der drei Bahnlinien. Sie bringt Dich beispielsweise nach Old Manila, zum Rizal Park und zu anderen kulturellen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Beispielsweise nach Intramuros, erreichbar vom Hauptbahnhof aus. Planst Du eine Reise mit einem Überlandbus Richtung Süden (etwa nach Batangas oder Quezon), fährst Du mit der Gelben Linie bis nach Buendia oder zur Station EDSA-Taft, wo die Busse starten. Die Gelbe Linie hält auch an einer Reihe von Universitäten und Schulen – also Vorsicht, in den frühen Morgenstunden ist es hier ebenfalls gerammelt voll.
  • LRT-2, auch als die Purpurne (rote) Linie bekannt, ist die neueste von allen. Hier sind die modernsten und geräumigsten Züge im Einsatz. Die Linie kreuzt den Aurora Boulevard und meistens wird sie nicht extrem voll, denn sie durchquert nicht die Hautgeschäftszentren. Wenn Du zur Universität der Philippinen in Diliman willst, zur Ateneo de Manila-Universität in Katipunan, nach Maginhawa für ein gutes Essen oder zur Quiapo-Kirche, bist Du hier richtig.
  • Bleib wachsam beim Zugfahren! Es ist nicht ausgesprochen gefährlich, aber ein beliebtes Revier der Taschendiebe, insbesondere zu den Zeiten, in denen die Züge sehr voll sind.
  • Wenn es noch weit ist bis zu Deiner Haltestelle, such Dir am besten einen Platz in der Mitte des Zuges. So blockierst Du kein Türen und neue Passagiere können leichter zusteigen. Je näher Deine Zielhaltestelle kommt, desto näher rückst Du in Richtung einer Tür vor.

Taxis

Cabs in the Philippines

Am bequemsten kommst Du mit einem Taxi zu Deinem Bestimmungsort. Die billigste Fortbewegungsart ist dies allerdings nicht. Unter den Fahrern gibt es einige ausgesprochene Schufte, die Dir mehr Geld abzuknöpfen versuchen als ihnen zusteht. Leider sind besonders Ausländer und Orts-Unkundige beliebte Opfer.

Philihappy Pro Tipps:

  • Bestehe darauf, dass die Fahrt nach dem Taxameter berechnet wird. Lass Dich möglichst nicht auf Festpreise ein: Einige Fahrer schlagen dabei ungebührlich auf. Ob mit oder ohne Absicht – Du bezahlst dann schlicht zu viel.
  • Der Standard-Preis für die ersten 500 Meter sind PHP 40 (€ 0,75). Der Taxameter verzeichnet PHP 3,50 (€ 0,07) pro 300 Meter. Auch der Verkehr beeinflusst den Preis – je länger Du im Taxi sitzt, desto teurer wird die Fahrt
  • Merke Dir die Nummer des Taxis und das Kennzeichen – nur für den Fall, dass Du etwas im Fahrzeug liegen lässt.
  • Sprich mit den Fahrern. Die überwiegende Mehrheit ist wirklich nett, seriös und sie unterhalten sich gerne.

Jeepneys

jeepney in the philippines

Jeepneys heissen lauten und bunten Fahrzeuge, die Du überall antriffst. Meistens röhrt regionale Hip-Hop-Musik aus den Lautsprechern und sie verstopfen die Strassen. Jeepneys sind geradezu ein Erkennungszeichen der Philippinen, obendrein sind sie ein sehr praktisches Verkehrsmittel, auch wenn die Benutzung manchmal etwas verwirrend sein kann. Doch der Versuch lohnt sich: Billiger kannst Du kaum reisen!

Philihappy Pro Tipps:

  • Systematische Fahrpläne oder Linien für die Jeepneys existieren nicht. Am besten fragst Du einen Einheimischen, wo die Dinger hinfahren. Mit-Passagiere und Fahrer kennen sich meist perfekt aus, sind hilfsbereit und zugänglich: Also frage Dich einfach durch!
  • Als dies hier geschrieben wurde, kostete eine Standard-Fahrt etwa PHP 7. Liegt das Ziel weiter als vier Kilometer entfernt, beträgt die Taxe PHP 12 (etwa € 0,13 bis € 0,23).
  • Bezahlt wird meist direkt beim Fahrer. Sitzt Du weit von ihm entfernt, bitte einfach die Mitreisenden, das Geld weiterzureichen. Vergiss dabei nicht, “Bayad po!” zu rufen, “Bitte bezahlen!” – dann weiss der Fahrer, dass nun der Fahrpreis aus Deiner Richtung kommt.
  • Die besten Plätze im Hause liegen nahe am Einstieg und so weit wie möglich weg vom Fahrer. Von diesen Plätzen kannst Du am besten aufstehen und wirst am seltensten gebeten, das Fahrgeld anderer Passagiere nach vorn weiterzureichen. Kapre Dir nach Möglichkeit diese Plätze, steh‘ aber unbedingt auf, wenn Senioren oder schwangere Frauen einsteigen – die haben ein Vorrecht auf Sitzplätze. Die zweitbesten Plätze sind die vorn möglichst nah beim Fahrer. Von hier aus kannst Du mit dem Fahrer plaudern und ihn auch daran erinnern, Dich an Deinem Zielort abzusetzen. Ausserdem siehst Du so am meisten von der Umgebung.
  • Die Jeepney-Fahrer und ihre Gehilfen versuchen, das Fahrzeug möglichst bis zum Bersten vollzustopfen. In der Rush Hour musst Du mit Gedränge rechnen. Es gehört zum guten Ton des Jeepney-Fahrgastes, sich so dünn wie möglich zu machen, wenn neue Fahrgäste einsteigen.
  • Halt Deine Wertsachen gut fest. Abhängig vom Stadtviertel nutzen viele Taschendiebe das Gedränge in den Jeepneys schamlos aus.
  • Du willst aussteigen? Sag einfach “Para!” (Spanisch für “Anhalten”) oder “Lugar lang”, die Filipino-Version, wenn Du Dich in Visayas aufhältst.

Dreirad- und Fahrrad-Taxis

Tricycle in the Philippines

Du kennst dies Vehikel vermutlich aus anderen Teilen Südost-Asiens, oft als Tuk-Tuk bekannt. Hier auf den Philippinen heissen sie Dreirad oder Trike (wenn sie motorisiert sind) und Pedicabs oder Seitenwagen, wenn sie per Fahrrad bewegt werden. Auf den Philippinen damit zu reisen, ist ein Erlebnis, das Du nicht verpassen solltest!

Philihappy Pro Tipps:

  • Dreiräder mit oder ohne Motor berechnen ihren Fahrpreis pro Person. Er beträgt zwischen PHP 7 und 10 (zum Vergleich: € 0,13 bis 0,19). Die Preise variieren von Stadt zu Stadt, also frage am besten Einheimische nach dem ortsüblichen Preis, bevor Du einsteigst.
  • Der gewöhnliche Fahrpreis gilt für Dreiräder, die Du im Vorbeifahren vom Strassenrand heranwinkst. Besteigst Du solch ein Fahrzeug an einer der Busstationen, beispielsweise, stelle sicher, dass auch andere Passagiere mit einsteigen. Dann wirst Du nur den ortsüblichen Preis bezahlen müssen. Andernfalls gilt Deine Fahrt als „Spezialfahrt“ und wird oft erheblich teurer.
  • Die Trikes sind das Verkehrsmittel der Wahl, wenn Du eine Insel oder eine Stadt erkunden möchtest. Einige Trike- Unternehmer, wie die in Palawan oder Pagudpud, bieten sogar Rundfahren an, die Dich zu einem Festpreis von einer Sehenswürdigkeit zur anderen transportieren. Ein solches Gesamtpaket ist meist ein gutes Angebot, das Du nutzen solltest.

Fahrräder und Motorräder

motorbikes in the philippines

Die grossen Städte sind nicht unbedingt fahrrad- oder motorrad-freundlich. Andere Regionen und Provinzen mit generell weniger Autoverkehr dagegen eignen sich perfekt für Entdeckungstouren auf zwei Rädern. Die Philippinen per Rad zu erkunden ist sogar eine sehr angenehme und intensive Erfahrung.

Leider kannst Du nur an wenigen Orten Fahrräder leihen. Doch einige Unternehmen wie beispielsweise Bambike bieten Fahrradtouren in BGC (Bonifacio Global City) oder in Intramuros in Metro Manila an. Sehr viel häufiger kannst Du Motorräder mieten, insbesondere auf den Inseln. Hierzulande werden sie Habal-habal genannt.

Philihappy Pro Tipps:

  • Motorräder kannst Du für einen Tagessatz von PHP 250 bis 500 mieten (ca € 5,00 bis 10,00). Teurer wird es, wenn Du auch gleich einen Fahrer mit-buchst. Die Preise variieren von Insel zu Insel. Auf einem Motorrad haben bis zu drei Personen Platz.
  • Wenn Du selbst fährst, stelle sicher, dass Du entsprechend ausgerüstet bist, das heisst, Du benötigst zumindest einen Helm!
  • Probiere Dein Mietfahrzeug aus, bevor Du damit auf die Strasse gehst! Teste vor allem die Bremsen!
  • Radwege existieren nicht – bist Du also auf der Strasse unterwegs, achte auf ausreichenden Abstand zwischen Dir und dem Bordstein – lass Dich nicht “einklemmen” und behaupte Deinen Platz!

Busse

buses in the philippines

Reist Du von einer Provinz zur anderen, gibt es dafür eine günstige, relativ komfortable Fortbewegungsart, die Dir obendrein erlaubt, die Landschaft zu geniessen. Allerdings solltest Du dafür ausreichend Zeit mitbringen.

Philihappy Pro Tipps:

  • Plane genügend Reisezeit ein. Neben dem Verkehr, der für Verspätungen sorgt, starten und halten viele Busse auch nach Bedarf, um Passagiere ein- oder aussteigen zu lassen oder um Verkäufern Zugang zu ermöglichen. Das zieht den Fahrplan natürlich in die Länge. Teilt man Dir mit, dass eine Fahrt etwa vier Stunden dauert, rechne damit, sechs Stunden im Bus zu verbringen!
  • Versuche, die Busse zu erwischen, die zwischen Mitternacht und Morgendämmerung starten. Um diese Zeit sind die Strassen meist frei und Du kannst im Bus schlafen.
  • Nimm ein Kapuzenshirt oder eine Decke mit! In den klimatisierten Bussen auf den Philippinen herrschen oft geradezu winterliche Temperaturen – und es zieht.
  • Sichere Dir einen Fensterplatz, wenn möglich. Das gilt auch dann, wenn Du schlafen möchtest. Busse, genau wie die Jeepneys, werden nach Möglichkeit bis zum Bersten mit Passagieren vollgestopft. Sitzt Du dann am Gang, werden unter Umständen irgendwann während der Fahrt diverse Körperteile fremder Mitfahrer gegen Dein Gesicht gepresst.

Boote, Fähren und Schiffe

boats in the philippines

Da Du Dich auf einem Archipel befindest, ist es nur natürlich, dass Du irgendwann ein Boot besteigen wirst. Tatsächlich sind einige Inseln, etwa Boracay, ohne eine Bootsfahrt gar nicht zu erreichen. Längere Fahrten (etwa zwischen Manila und Cebu) lassen sich gut mit Passagier-Fähren bewältigen, für kürzere Reisen zwischen einzelnen Inseln sind kleinere Boote im Einsatz.

Philihappy Pro Tipps:

  • Naturgemäss erfolgt eine Menge “Insel-Springen” per Boot. Häufig kannst Du mit einem ganzen Tag auf dem Meer rechnen!
  • Die Verwendung von Schwimmwesten ist eine Bestimmung der Küstenwache. Selbst wenn Du gut schwimmen kannst – behalte die Schwimmweste an, für den Fall, dass die Küstenwache das Boot überprüft.
  • Gepäck, elektronische Geräte und Kameras solltest Du für die Reise unbedingt wasserdicht verpacken! Du weisst nie, ob Dich nicht eine grössere Welle erwischt – auch bei gutem Wetter! Salzwasser kann zerstörerisch sein.
  • Denk an die Toiletten-Situation! Bist Du auf einem kleineren Boot unterwegs, ist da womöglich keine Toilette an Bord. Dauert die Fahrt auf dem Meer länger und gibt es keine Möglichkeit, unterwegs beispielsweise kurz ins Wasser zu springen, entleere Deine Blase vor dem Start!

Plane

flights in the philippines

Du hast nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung und viel vor? Dann ist das Flugzeug die beste Alternative für Reisen auf den Philippinen. Von Manila aus sind die meisten Ziele innerhalb einer Stunde zu erreichen. Meist kannst Du das ganze Jahr über aus den Angeboten mehrerer Fluglinien die günstigste Alternative wählen.

Philihappy Pro Tipps:

  • Der Flugverkehr ganz besonders rund um Manila kann durchaus ins Stocken geraten – mit Verspätungen ist zu rechnen.
  • Auch der Strassenverkehr spielt eine Rolle: Brich rechtzeitig in Richtung Flughafen auf. Es ist besser, dort ein wenig zu warten, als Dich abzuhetzen und am Ende noch wegen eines Verkehrsstaus Deinen Flug zu verpassen.
  • Die meisten billigen Fluglinien bieten kein Essen oder Trinken an – nimm also ein Getränk oder einen Snack mit.
  • Die meisten Flughäfen auf den Philippinen fordern eine Abflug-Taxe. Die bewegt sich zwischen PHP 100 und 550. Halte also vor dem Einchecken etwas Kleingeld bereit.
  • Die Flughäfen auf den Philippinen sind klein, die Wartezonen oft nicht sehr bequem. Bring Dir eine Decke und ein kleines Kissen mit, das macht die Aufenthalte wesentlich angenehmer.

Diese Fälle an Transportmitteln ist überwältigend – und sie bedeutet, dass jede Reise auf den Philippinen zum Abenteuer werden kann. Behalte unsere Profi-Tipps im Gedächtnis und bleib wachsam, dann wirst Du jede Menge Spass haben.